Liegt bei dir Kabel?
Die Frage hat drei Antworten, und sie werden an drei verschiedenen Stellen gegeben. Die erste kostet nichts und dauert eine Minute. Die dritte ist die einzige, auf die du dich verlassen kannst.
Stufe eins: die Gemeinde
Der Breitbandatlas des Bundes sammelt, was die Netzbetreiber melden: welchen Anteil der Haushalte einer Gemeinde sie über Kabel versorgen können. Daraus wird die Kabelquote, und die steht hier auf jeder Ortsseite.
Die Zahl beantwortet eine Vorfrage. Steht dort null, brauchst du nicht weiterzusuchen: Dann wurde in deinem Ort kein Koax verlegt, und daran ändert sich auch nichts mehr. Steht dort 85, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch deine Straße dabei ist. Steht dort 30, sagt sie dir wenig, denn du weißt nicht, ob du zu den dreißig gehörst.
Stufe zwei: die Adressprüfung des Anbieters
Jeder Anbieter hat eine Maske, in die Straße und Hausnummer gehören. Dahinter liegt die Ausbaudatenbank des Netzbetreibers, und die kennt dein Haus. Das ist der Punkt, an dem aus einer Wahrscheinlichkeit eine Auskunft wird.
Zwei Fallstricke gibt es dabei. Erstens prüfen die Masken oft mehrere Anschlussarten gleichzeitig und zeigen am Ende, was sie gerade verkaufen wollen; sieh nach, ob in der Ergebniszeile wirklich Kabel steht und nicht DSL. Zweitens kennt die Datenbank Neubauten manchmal nicht, obwohl der Strang durch die Straße läuft. Wenn die Nachbarhäuser am Netz hängen und deines nicht, lohnt der Anruf.
Stufe drei: die Dose in der Wand
In einem Mehrfamilienhaus entscheidet sich am Hausanschluss, ob du überhaupt eine Chance hast. Suche nach einer Antennendose mit zwei oder drei Anschlüssen. Zwei Buchsen heißen Radio und Fernsehen, drei heißen Radio, Fernsehen und Datenrückweg, und die dritte ist die, um die es geht. Eine Dose mit drei Anschlüssen ist ein gutes Zeichen, aber keine Garantie: Was im Keller aufgelegt ist, sieht man ihr nicht an.
Seit Juli 2024 kommt ein zweiter Punkt dazu. Bis dahin lief in vielen Mietshäusern ein Sammelvertrag des Vermieters über das Kabelfernsehen. Diese Verträge sind vielerorts beendet worden, und wo niemand nachgezogen hat, ist das Hausnetz manchmal abgeschaltet. Für den Internetanschluss ist das ein eigener Vertrag und eigentlich unabhängig, in der Praxis lohnt aber die Frage beim Hausverwalter, ob die Anlage noch versorgt wird.
Wenn kein Kabel liegt
Dann bleibt der Blick auf die anderen Wege, und der lohnt sich, weil sie sich unterschiedlich schnell entwickeln. Die Telefonleitung liegt fast überall; was sie schafft, hängt an der Entfernung zum Verteilerkasten. Glasfaser wird gebaut, aber gemeindeweise, und zwischen Ankündigung und Anschluss liegen oft Jahre.
Auf jeder Ortsseite hier stehen alle drei Quoten nebeneinander, dazu die Anbieter, die dort schalten, und die Tarife, die sich bestellen lassen. Das ist die Stufe, auf der du siehst, welche Frage sich für deine Adresse überhaupt stellt.