Kabelfernsehen
Am 1. Juli 2024 endete eine Regelung, die fast vierzig Jahre lang galt. Bis dahin durfte ein Vermieter die Kosten für Kabelfernsehen über die Nebenkosten auf alle Mietparteien umlegen, ob sie fernsahen oder nicht. Seither darf er das nicht mehr. Wer Kabelfernsehen behalten will, schließt selbst einen Vertrag.
Was sich dadurch geändert hat
Für rund zwölf Millionen Haushalte verschwand damit ein Posten aus der Nebenkostenabrechnung, meist zwischen fünf und zehn Euro im Monat. Dafür steht seither jeder vor der Wahl. Wer weiterhin über die Dose fernsehen will, braucht einen eigenen Vertrag mit dem Netzbetreiber; wer über Satellit, Antenne oder Streaming schaut, spart den Betrag.
Sieh in deine letzte Abrechnung. Steht dort noch eine Position für Kabel, Antenne oder Breitbandanschluss, gehört sie dort seit Juli 2024 nicht mehr hin.
Der Internetanschluss ist davon nicht betroffen
Das ist die Verwechslung, die im Sommer 2024 am häufigsten passierte. Internet und Fernsehen laufen zwar über dasselbe Kabel, sind aber zwei verschiedene Verträge, und der Internetvertrag war nie Sache des Vermieters. Er läuft weiter, egal was mit dem Sammelvertrag geschehen ist.
Eine Ausnahme gibt es: Wenn in einem Haus die gesamte Anlage stillgelegt wurde, weil niemand mehr einen Vertrag hält, ist auch das Internet betroffen. Das kommt vor, ist aber selten, und der Netzbetreiber sagt dir am Telefon, ob dein Haus noch versorgt wird.
DVB-C, kurz erklärt
Fernsehen über Kabel läuft als DVB-C, Digital Video Broadcasting Cable. Empfangen kann es jeder Fernseher mit eingebautem DVB-C-Tuner, und das ist seit Jahren praktisch jedes Gerät. Eine Set-Top-Box brauchst du nur für verschlüsselte Programme.
Analoges Kabelfernsehen gibt es nicht mehr. Die Abschaltung lief 2017 und 2018 Region für Region und war im Juni 2019 abgeschlossen. Wer heute noch von analogen Sendern liest, liest einen alten Text.
Die öffentlich-rechtlichen Programme sind unverschlüsselt, auch in HD. Die privaten Sender sind in HD verschlüsselt und kosten extra, entweder über ein Paket des Netzbetreibers oder über ein CI+Modul mit Karte.
Was es kostet und worauf du achten solltest
Ein reiner Fernsehvertrag liegt je nach Anbieter und Paket ungefähr zwischen acht und fünfzehn Euro im Monat. Im Bündel mit Internet ist der Aufschlag oft kleiner, manchmal ist das Fernsehpaket sogar eingerechnet. Welche Tarife hier ein Fernsehpaket mitbringen, zeigt in der Tarifliste der Filter „Fernsehen“.
Zwei Punkte lohnen den Blick, bevor du unterschreibst: Wie lange bindet der Vertrag, und was kostet er nach der Aktionsphase? Und brauchst du das Fernsehpaket überhaupt, wenn ohnehin alles über die Mediatheken läuft? Ein Kabelanschluss ohne Fernsehen ist eine zulässige Bestellung und kein Sonderfall.