Den Anbieter wechseln

Im Kabelnetz ist die Auswahl kleiner als bei DSL, und dafür gibt es einen baulichen Grund: Durch deine Straße läuft ein Koaxstrang, und der gehört einem. Wer darüber verkauft, entscheidet sich daran, wer den Strang betreibt und wen er auf sein Netz lässt.

Wer zur Wahl steht

Vodafone betreibt den größten Teil des deutschen Kabelnetzes, zusammengewachsen aus Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW. Die Marken sind verschwunden, das Netz ist geblieben. PYUR, früher Tele Columbus, betreibt eigene Netze vor allem im Osten. Dazu kommen regionale Betreiber wie NetCologne oder NetAachen mit eigenen Netzen in ihrer Region.

Zwei Wege führen zu mehr Auswahl. Erstens verkaufen manche Anbieter über fremde Netze: EAZY ist die günstige Marke im Vodafone-Netz, o2 verkauft Kabeltarife ebenfalls über Vodafone. Zweitens musst du nicht im Kabelnetz bleiben. Wo eine gute Telefonleitung oder Glasfaser liegt, ist der Wechsel dorthin oft der größere Sprung.

Wer an deiner Adresse tatsächlich liefert, steht auf der Seite deiner Gemeinde.

Die Fristen

Seit der Reform des Telekommunikationsgesetzes im Dezember 2021 ist die Lage einfach. In der Erstlaufzeit, meist 24 Monate, bist du gebunden. Danach verlängert sich der Vertrag nicht mehr um ein ganzes Jahr, sondern läuft monatlich weiter, und du kündigst mit einem Monat Frist.

Wer also einen alten Vertrag hat, der längst über die Erstlaufzeit hinaus ist, kann jederzeit kündigen. Ein Datum im Kalender braucht es dafür nicht mehr.

Die Reihenfolge

Hier wird der häufigste Fehler gemacht. Kündige nicht zuerst selbst.

  1. Neuen Vertrag abschließen und dabei den Anbieterwechsel beauftragen. Der neue Anbieter übernimmt Kündigung und Rufnummernmitnahme.
  2. Die Rufnummer mitnehmen lassen. Das geht nur, solange der alte Vertrag läuft. Ist er gekündigt und abgelaufen, ist die Nummer weg.
  3. Warten, bis der Termin steht. Die Versorgung darf beim Wechsel höchstens einen Tag unterbrochen sein, und wenn der neue Anbieter das nicht einhält, steht dir für jeden weiteren Tag eine Entschädigung zu.
  4. Die Geräte zurückschicken, sobald der alte Anschluss abgeschaltet ist. Miete für ein nicht zurückgegebenes Modem läuft weiter.

Beim Umzug

Ein Kabelvertrag zieht mit, wenn die neue Adresse im Netz desselben Betreibers liegt. Liegt sie das nicht, darfst du mit drei Monaten Frist kündigen, auch mitten in der Laufzeit. Der Anbieter darf für den Aufwand höchstens eine Monatsgebühr verlangen.

Sieh vor dem Umzug nach, was an der neuen Adresse liegt. Der Unterschied zwischen zwei Orten zwanzig Kilometer auseinander kann Gigabit über Koax gegen 50 MBit/s über Kupfer sein.

Was ein Wechsel bringt

Meist Geld. Bestandskunden zahlen nach Ablauf der Aktionsphase den regulären Preis, während Neukunden zwölf Monate günstiger einsteigen; der Abstand liegt oft bei zehn Euro im Monat und mehr. Ein Anruf beim eigenen Anbieter mit der Kündigung in der Hand bringt gelegentlich dasselbe Ergebnis ohne Wechsel.

Was der Markt gerade hergibt, steht in der Tarifliste, gerechnet auf die volle Laufzeit statt auf die ersten Monate.

Zurück zu den Ratgebertexten