Telefonieren über den Kabelanschluss

Wer Internet über Koax bezieht, bekommt den Telefonanschluss meist dazu, ohne dafür etwas zu tun. Eine Telefonleitung braucht er nicht mehr, und einen gesonderten Vertrag mit der Telekom auch nicht.

Wie es technisch läuft

Die Gespräche laufen als Datenpakete über dieselbe Leitung wie alles andere. Im Kabelnetz heißt das Voice over Cable, im Kern ist es Voice over IP mit einer Besonderheit: Der Netzbetreiber kennt die Leitung bis in deine Wohnung und kann Sprache bevorzugt behandeln. Eine Gesprächsverbindung bekommt dadurch ihren eigenen Platz im Frequenzband, statt sich mit dem Download zu drängeln.

Angeschlossen wird das Telefon am Router. Ein altes Analoggerät steckst du in die TAE-Buchse, ein DECT-Mobilteil meldest du am Router an, ein IP-Telefon hängst du ins Netzwerk. Ein neues Telefon brauchst du in keinem Fall.

Deine Rufnummer zieht mit

Der Anbieterwechsel nimmt die Rufnummer mit, und das ist gesetzlich abgesichert: Du hast Anspruch auf Portierung, solange du im selben Ortsnetzbereich bleibst. Kündige den alten Vertrag nicht selbst, bevor die Portierung beauftragt ist, sonst geht die Nummer verloren. Der neue Anbieter erledigt beides in einem Auftrag, und die Versorgung darf dabei höchstens einen Tag unterbrochen sein.

Beim Umzug in ein anderes Ortsnetz endet die Mitnahme. Die Vorwahl gehört zur Region, nicht zu dir.

Was du wissen solltest, bevor du umstellst

Bei Stromausfall bleibt das Telefon stumm. Das gilt für jeden modernen Anschluss, ob Kabel, Glasfaser oder IP-DSL: Ohne Strom kein Router, ohne Router keine Verbindung. Der alte analoge Anschluss wurde aus der Vermittlungsstelle gespeist und funktionierte weiter. Wer darauf angewiesen ist, hält ein geladenes Mobiltelefon bereit.

Faxgeräte und Hausnotrufsysteme vertragen sich mit paketvermittelter Telefonie nicht immer. Faxe kommen meist durch, aber nicht zuverlässig. Notrufsysteme älterer Bauart brauchen unter Umständen ein Ersatzgerät; der Anbieter des Systems weiß, welches.

Der Anrufbeantworter sitzt im Router oder beim Netzbetreiber. Ein separates Gerät an der TAE-Buchse funktioniert weiter, ist aber selten nötig.

Was es kostet

Eine Flatrate ins deutsche Festnetz gehört bei fast allen Kabeltarifen zum Preis. Gespräche in Mobilfunknetze und ins Ausland werden gesondert abgerechnet, und die Minutenpreise dafür unterscheiden sich zwischen den Anbietern deutlich. Wer viel ins Ausland telefoniert, sieht in die Preisliste, bevor er unterschreibt.

Welche Tarife eine Telefonflat mitbringen, zeigt der gleichnamige Filter in der Tarifliste.

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