Satellit oder Kabel

Beide bringen dieselben Programme ins Haus, und beide haben eine Eigenart, die alles andere überlagert: Satellit kostet einmal Geld und danach fast keines mehr, Kabel kostet jeden Monat. Dafür braucht Satellit eine freie Sicht nach Süden und die Erlaubnis, etwas an die Fassade zu schrauben.

Die Kosten

Eine Satellitenanlage kostet in der Anschaffung je nach Größe und Zahl der Anschlüsse ungefähr zwischen hundert und vierhundert Euro, dazu die Montage. Danach fallen für die unverschlüsselten Programme keine laufenden Kosten an. Die privaten Sender in HD kosten über HD+ einen Jahresbetrag.

Kabelfernsehen kostet monatlich. Seit dem Ende des Nebenkostenprivilegs im Juli 2024 zahlst du es selbst und nicht mehr über die Betriebskosten, und damit ist es zu einer bewussten Ausgabe geworden. Über zehn Jahre gerechnet ist Satellit fast immer billiger.

Wer die Wahl überhaupt hat

Als Eigentümer eines Hauses: beide. Als Mieter: oft nicht. Eine Schüssel an der Fassade braucht die Zustimmung des Vermieters, und die bekommst du nicht immer. Wenn im Haus ein Kabelanschluss liegt, wiegt das Interesse des Vermieters an einer einheitlichen Fassade in der Regel schwerer, außer bei Programmen, die anders nicht zu empfangen sind.

Umgekehrt gilt: Wo kein Koax liegt, ist die Frage ohnehin beantwortet. Das betrifft einen erheblichen Teil der Landgemeinden, und für die meisten von ihnen ist Satellit der einzige Weg zu einer großen Programmauswahl. Ob dein Ort dazugehört, steht auf seiner Ortsseite.

Die Programme

Über Satellit kommen mehr Sender an, vor allem ausländische. Das Kabel führt eine Auswahl, die der Netzbetreiber zusammenstellt, und Regionalfenster oder lokale Sender sind dort teilweise besser vertreten.

In beiden Wegen sind die öffentlich-rechtlichen Programme unverschlüsselt und in HD frei empfangbar. Die privaten Sender sind in HD verschlüsselt, über Satellit mit HD+, über Kabel mit dem Paket des Netzbetreibers oder einem CI+Modul.

Und das Internet?

Hier trennen sich die Wege wirklich. Über Koax läuft Internet gut, mit Gigabit im Download und einem festen Preis. Über Satellit läuft es auch, aber über eine Strecke von 36.000 Kilometern hinauf und wieder herunter, und das kostet Zeit: Die Verzögerung liegt bei mehreren hundert Millisekunden. Für Videotelefonie und Spiele ist das spürbar.

Satelliteninternet ist deshalb die Lösung für Adressen, an denen es sonst nichts gibt, und nicht die Alternative zum Kabelanschluss. Wer zwischen beiden wählen kann, wählt das Kabel.

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